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Februar 2012All you need is KurEin bisschen Goethe und ganz viel GesundheitAll you need is Kur – nun, der Deutsche Heilbäderverband (DHV) geht auf modernen Wegen, um die Kur noch besser ins allgemeine Bewusstsein zu bringen. Wobei dieses Wissen ja viele Seiten hat. Schon die alten Römer und vor allem auch viele Prominente ließen es sich in Kurorten gut gehen – ob Goethe und Kleist etwa in Bad Homburg, ob der Expressionist Alexej Jawlensky, der in Wiesbaden Kunstgeschichte schrieb, ob Gioachino Rossini und Clara Schumann in Bad Wildbad, Anton Tschechow in Badenweiler oder Joseph Victor von Scheffel in Bad Rippoldsau – alle diese Gäste kamen, weil die natürlichen Heilmittel Erfolg bei diversen Krankheiten versprachen, längst bevor unsere moderne Medizin auf eine andere Art und Weise effektiv helfen konnte. Starke Wirkung der natürlichen HeilmittelDa bietet etwa Baden-Württembergs führendes Heilbad Bad Mergentheim gleich drei wirkstarke Trinkquellen - mit Magnesium, Kalium, Natrium, Calcium, Hydrogencarbonat, Chlorid und Sulfat in unterschiedlichen Konzentrationen. Bad Boll heilt mit hochkonzentriertem Schwefelwasser Entzündungen und Hautkrankheiten. Und bewährt bei der naturstarken Heilung sind natürlich bundesweit besonders auch die so unterschiedlich reizstarken Sole- und Thermalquellen ebenso wie die Peloide aus Fango, Schlick und Moor oder die Thalasso-Therapie an Nord- und Ostsee, wo vielerlei Wirkstoffe zu Linderung und Heilung beitragen. Aber die Heilbäder gehen natürlich auch mit der Zeit – wie etwa mit den Wohlfühlüberraschungen in den Sächsischen Staatsbädern Bad Elster und Bad Brambach oder mit der Heilfastenwoche in Bad Ditzenbach auf der Schwäbischen Alb. Ebenso interessant ist für viele Gesundheitsbewusste das Angebot „Richtig kochen bei Nahrungsmittelintoleranz“ in Bad Mergentheim, weil immer mehr Menschen Laktose- und Fruktose nicht vertragen. Heilbäder als KompetenzzentrenDamit gehen die Kurorte auch längst auf die beim letzten Bädertag verfasste Bad Krozinger Erklärung des DHV zur Stärkung der Prävention ein. Diese fordert den Ausbau der Heilbäder als Kompetenzzentren für die Gesundheit, als Schlüssel zur Gesundheitsförderung, als Stärkung der Lebenselemente durch gesunde Ernährung und Bewegung sowie betriebliche Präventionsprogramme. Auch die Forschung soll mit dieser Zielsetzung weiter ausgebaut und die ganzheitliche Medizin (Naturheilverfahren) gefördert werden. Außerdem bleibt nach wie vor klar: Reha geht vor Pflege, ganz neu sind auch Kuren für pflegende Angehörige. Doch sollen die Zuschüsse der Krankenkassen für Vorsorgeleistungen präzise definiert und höher honoriert werden. DHV-Präsident Dr. Gerd Müller prangert außerdem weiterhin die rigide Bewilligungspraxis der Krankenkassen bei Mutter-/Vater-Kind-Maßnahmen an und weist darauf hin, dass die Eltern-Kind-Kur eine Pflichtleistung ist. Neu für Fitness und WohlbefindenDie Heilbäder sind auch immer mit dabei, wenn neue Therapieprogramme entwickelt werden. So kann man im thüringischen Friedrichroda mit dem neuen Reaktiv-Training zur Traumfigur kommen. Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination werden mit diesen gefüllten Hohlkörpertrainingsgeräten stabilisiert, Verspannungen lösen sich durch den verstärkten Einsatz von Armen und Oberkörper. Im oberschwäbischen Aulendorf wird im Thermalwasser Vergleichbares geboten: Aquapower für straffe Haut und trainierte Muskeln mit MI-KA-Hanteln. Auch hier befindet sich im Kern der Hanteln eine bewegliche Masse, die in Schwingung gerät und ein effektives Ganzkörpertraining erzielt. Erfolg durch attraktive AngeboteWie erfolgreich gesunde Quellen und attraktive Bade- und Saunalandschaften sein können, zeigt beispielsweise die NaturTherme Templin in Brandenburg – dort konnten im letzten Jahr nicht weniger als 251.403 Gäste begrüßt werden – ein Zuwachs von fast 10 Prozent. Die Lahn-Dill-Bergland-Therme in Bad Endbach wurde als eine von wenigen vom Deutschen Saunabund in die Kategorie „Premium-Sauna“ aufgenommen. Die Spessart Therme in Bad Soden-Salmünster bietet mit mehr als 180 Attraktionen jede Menge Abwechslung. In der Saunalandschaft RappSoDie in Bad Rappenau reicht die Spanne von der Salzstollen- bis zur Savannensauna. Und für zusätzliche Attraktivität sorgt die FrankenTherme in Bad Königshofen, dessen Thermenlandschaft jetzt im intensiven azurblauen Licht erstrahlt, das Urlaubsstimmung auslöst und zu zusätzlicher Entspannung verhilft. Die Beispiele ließen sich fortsetzen. Kurorte feiern die fünfte JahreszeitAber die modernen Kurorte wären natürlich nur halb so beliebt, wenn sie nicht auch mit den Jahreszeiten gingen. Wobei im Schwabenland besonders die Narretei einen Schwerpunkt in der „fünften Jahreszeit” setzt – allerdings ganz anders als im rheinischen Karneval. Da gehört der Hänselejuck zum Hemdglonkerumzug in Überlingen, sind die Riedmeckeler, Moorweible und Schnepfen in Bad Wurzach zu bewundern – nicht zu vergessen die Fünf von Bad Waldsee: Schrättele, Federle, Narro, Faselhannes und Schorrenweible. -ass |
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