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Dezember/Januar 2011/2012

DHV fordert mehr Investitionen in die Gesundheitsvorsorge

Zehn Punkte für mehr professionelle Prävention und Kur

Ob Burn out, Schmerztherapie, Allergiebehandlung, Fehlernährung oder Suchtkrankheiten - gerade diese Zivilisationserkrankungen könnten effektiv durch entsprechende Präventionsansätze in Heilbädern und Kurorten vermieden oder gelindert werden. Und so ist auch klar, dass sich die über 300 Heilbäder und Kurorte in Deutschland Gedanken darüber machen, warum zwar 3500 Euro pro Versicherten für Krankheitskosten ausgegeben werden – aber nur 5 Euro (in Worten fünf Euro) für Präventionsleistungen. Und das, obwohl 80 Prozent der Menschen in Deutschland nicht Bescheid wissen über ihren Blutdruck, ihre Cholesterinwerte und aufkommenden Diabetes. Über alle diese Themen wurde kürzlich ausführlich beim 107. Deutschen Bädertag in Bad Krozingen diskutiert, der deshalb folgerichtig unter dem Thema „The Kur must go on! Wir stärken Gesundheit – die deutschen Heilbäder und Kurorte“ stand.

Und in ausführlichen Diskussionen wurden dann auch zehn Punkte beschlossen, die klar machen sollen, was die Heilbäder und Kurorte umfassend zur Prävention, also zur Gesundheitsvorsorge beitragen können:

Heilbäder als Kompetenzzentren

Da geht es beim ersten Punkt generell darum, die Heilbäder und Kurorte als Gesundheitskompetenzzentren im Land weiter auszubauen. Denn hier sei die hohe Professionalität vorhanden, die zielgerichtete Therapieansätze erfordern – und zudem gebe es die nötige Infrastruktur.

Zum Zweiten wird gefordert, die Heilbäder und Kurorte in der Sozialgesetzgebung zu stärken und die moderne Kur als Schlüssel für Präventionsstärkung und Gesundheitsförderung zu entwickeln. Die ambulante und die stationäre Kur und deren Bedeutung als Vorsorge- und Präventionsbaustein müsse gestärkt, diese Präventionsstrategie in die Sozialgesetzgebung mit eingebunden werden. Reiche bei Versicherten die ärztliche Behandlung und Versorgung mit Arznei-, Verband-, Heil- und Hilfsmitteln nicht aus, müssten die Krankenkassen künftig in anerkannten Kurorten die Kur als Pflichtleistung erbringen.

Gesundheitsurlaub gesetzlich fördern

Wenn Urlauber eine selbstfinanzierte Kur im engeren Sinne des Begriffs – also einen strukturierten Gesundheitsurlaub – durchführten, müsse das gesetzlich benannt und begünstigt werden. 80 Prozent der Selbstzahler kommen aufgrund eines solchen Medizin-Checks sogar noch 20 Jahre lang in den Kurort, um die Gesundheit zu erhalten.

Drittens wird noch einmal darauf hingewiesen, dass die Eltern-Kind-Kur seit 2007 eine Pflichtleistung sei – dennoch werde seit 2009 jeder dritte Antrag abgelehnt. So produziere die Praxis vermeidbare Folgekosten.

Die Schlüssel für eine gesunde Lebenswelt

Zudem müsse (Punkt 4) Prävention lebenswelt-orientiert angeboten werden, wofür Gesundheitserziehung, Gesundheitsbildung, Aufklärung, Beratung und Vorsorge die Schlüssel seien. Auch wird (Punkt 5) die Einführung eines Schulfaches Ernährung und die Neubewertung des Schulsports ebenso gefordert wie Präventionsprogramme in den Betrieben (Punkt 6): Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer/Innen sollten einen steuerlichen Präventionsbonus von jeweils 1000 Euro erhalten, müssten betriebliche Gesundheitsleistungen und spezifische Kurangebote in die Tarifverträge aufgenommen werden.

Rehabilitation vor Pflege

Auch den Ausbau der Präventions- und Versorgungsforschung an Universitäten und in Kurorten (Punkt 7) und die Förderung von ganzheitlicher Medizin und Naturheilverfahren (Punkt 8) fordern die Autoren. Um älteren Menschen sowie chronisch Kranken langfristig die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen, sei die Entwicklung neuer innovative Konzepte erforderlich.

Schließlich müsse (Punkt 9) der bisher schon bestehende Grundsatz „Rehabilitation vor Pflege“ angepasst werden – denn aus Sicht der Sozialversicherung lohne sich das. Auch sei erforderlich, dass auch pflegende Angehörigen ihrer besonderen Situation sowohl psychisch als auch physisch gestärkt werden. Und in Punkt 10 fordert der DHV, den Katalog der Präventionsleistungen der Krankenkassen präziser zu definieren und Gesundheitsvorsorge höher zu honorieren.

Weltweite Werbung für deutsche Gesundheitsangebote

Auch die Deutsche Zentrale für Gesundheit geht weiterhin weltweit in ihren Aktionen auf die Gesundheitsangebote in Deutschland ein – ob mit Hinweis auf den Jungbrunnen Bad Elster in Sachsen oder mit der „Therme wie zu Cleopatras Zeiten“ in Baden-Württemberg zwischen Schwarzwald und Vogesen, wo in Bad Krozingen eines der kohlensäurehaltigsten Mineral-Thermalwasser der Welt sprudle. Oder etwa mit der renommierten Fachklinik Medical Park in Bad Wiessee am Tegernsee, die sich auf Orthopädie, Traumatologie, Sportmedizin, Innere Medizin und Kardiologie spezialisiert habe.

Und natürlich beginnt, wenn die Tage kürzer und die Temperaturen kühler werden, die Zeit, wo der Körper und die Seele sich ganz besonders um „Streicheleinheiten“ bemühen. Seien es nun seelische Wohltaten wie die vielen vorweihnachtlichen Konzerte, die duftreichen Weihnachtsmärkte oder die wohltemperierten Badezentren. Und nicht nur die Glühweine duften für die Kurgäste, die sich daran laben dürfen – sondern viele Ski- und Rodellifte fordern auch wieder zu weißen Bewegungsfreuden und damit zu einer Gesundheitsvorsorge heraus, die nicht nur sinnvoll ist, sondern auch Spaß macht. -ass-

 
 
   


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