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März 2010

Heilen mit Charme

Kur — na ja, das klingt ja immer so leicht altmodisch, ein wenig angestaubt. Aber auch in Zeiten von diversen Wellness-Freuden hat „Kur“ noch immer diesen zuverlässigen, gesunden Klang - auch wenn es dieses Wort im Sozialgesetzbuch längst nicht mehr gibt. Aber wer spricht denn schon davon, dass er zu einer „ambulanten Rehabilitationsmaßnahme“ fährt? Doch das ist gar nicht mehr nötig — denn viele Kurorte haben „ihrer Kur“ längst ein neues, modernes Gesicht gegeben.

Vorreiter für deutsche Kurorte

So hat das baden-württembergische Bad Mergentheim, größtes Heilbad dieses bäderreichen Bundeslandes, rund 180 Jahre nach der Erschließung der ersten Heilquelle ansprechende Weichen für die Zukunft gestellt: Heilen mit Charme und Leichtigkeit ist nun die Zielkonzeption in dem renommierten Kurort am Dreiländereck Bayern, Baden-Württemberg und Hessen — wobei das Heilbad im Taubertal bei Therapie und aktiver Krankheitsvermeidung Vorreiter für Deutschlands Kurorte werden will.

Aktiver Lebensstil statt angestaubtem Kurambiente

Ziel ist es, die Wirksamkeit natürlicher Heilmittel mit hoher medizinischer Kompetenz und aktiv-positivem Lebensstil zu verbinden. „Angestaubtes Kurambiente war gestern. Wir setzen in Zukunft auf bewegende Angebote, auf Heilen mit Charme und Leichtigkeit. Das ist eine Form der Kur, die in unsere Zeit passt“, sagt Kurdirektorin Katrin Löbbecke. Das Heilbad setzt dabei neben seinem medizinischen Fachwissen besonders auf die zahlreichen Freizeit- und Genussangebote — wie einen der schönsten deutschen Kurparks, die Lage an der Kreuzung des Fünf-Sterne-Qualitätsradweges durch das „Liebliche Taubertal“ und der Romantischen Straße, zahlreiche kulinarische Höhepunkte auf Sterneniveau, ein eigenes Weinbaugebiet sowie jährlich rund 800 Kulturveranstaltungen.

Die Konzepte für den Kurort des 21. Jahrhunderts wurden von langer Hand vorbereitet und im Bad Mergentheimer Institut für Kurmedizin entwickelt: eine Mischung aus gezielter Therapie und entspannender medizinischer Wellness, kombiniert mit Sport und attraktiven Freizeitangeboten, von Reiten bis zum Wandern, vom Golfen bis zum Tennisspielen. Bad Mergentheims Bade- und Wellnesspark Solymar gehört zu den besucherstärksten Attraktionen im „Lieblichen Taubertal“. „Unabhängig von den immer neuen Gesundheitsreformen: Deutschlands Kurorte haben Zukunft, wenn wir die Gesundheitstrends der Zukunft gestalten“, ist Katrin Löbbecke überzeugt.

Berufspräventation mit JobFit®

Aber natürlich geht nicht nur Bad Mergentheim neue Wege. So gehören besonders die sächsischen Staatsbäder Bad Elster und Bad Brambach zu den Wegbereitern modernster, zielgerichteter Berufs-Prävention. Wer im Urlaub aktiv etwas für seine Gesundheit tun möchte, findet mit den Präventionsangeboten der beiden benachbarten sächsischen Kurorte, die unter einer Leitung stehen, besondere Möglichkeiten, die oft auch von Krankenkassen gefördert und bezuschusst werden. An viele Berufsgruppen wenden sich unter dem Namen JobFit® spezielle Arrangements mit jeweils ein- oder zweiwöchiger Aufenthaltsdauer, unter anderem für Lehrkräfte, Friseure, Floristen, Dachdecker und Manager und andere. Diese Präventionspakete wie Aqua Aktiv, Rücken Aktiv, Entspannung und andere werden durch die Krankenkassen gefördert.

Stark machen für den Paradigmenwandel

Überhaupt machen sich die Heilbäder und Kurorte stark für einen Paradigmenwechsel. Dies wurde bei einem Treffen des Vorstandes des Bayerischen Heilbäderverbands mit Gesundheitsminister Dr. Philipp Rösler und dem Parlamentarischen Staatssekretär Daniel Bahr am 9. Februar 2010 in Berlin deutlich. Die Teilnehmer waren sich einig: Wer rechtzeitig in seine Gesundheit investiert, kann bei Krankheitskosten einsparen. Und: „Die Heilbäder und Kurorte sind wichtige Säulen der Gesundheitsvorsorge sowie Gesundheits-Kompetenzzentren mit bewährten Strukturen und Einrichtungen, so dass sie für die im Koalitionsvertrag hervorgehobene Prävention entsprechend gut aufgestellt sind“, hieß es bei dem Spitzengespräch.

Nostalgie wie zu alten Zeiten

Aber — auch die nostalgische Kur hat noch ihre erlebnisstarken Seiten. So etwa in Bad Wurzach, wo die „Holzzuberwoche“ die eigenwillige Landschaft und gemeinsame Moorbäder in nostalgischen Holzzubern in einem besonderen Riedambiente verbindet. Auf Kuren wie in alten Zeiten setzt aber auch das junge „Bayerische Golf- und Thermenland“. Als dort im niederbayerischen Rottal Bohrtrupps vor 70 Jahren nach Öl suchten und stattdessen in 1000 Metern Tiefe auf 56 Grad heißes, schwefelhaltiges Thermalwasser stießen, war dies die Geburtsstunde der Heilbäder Bad Füssing, Bad Griesbach und Bad Birnbach. Wobei sich in der Gegend von Gögging und Birnbach einst schon römische Legionäre und kaiserliche Herrschaften von den Strapazen des Alltags erholten. Bereits Kaiser Trajan wusste: Wer kurt, wird gesund und bleibt es auch.

Erlebnis Heilbad im Frühjahr

Dann sind die Heilbäder nach wie vor auch Garanten, dass gesunder Urlaub und Medical Wellness sich auch mit vielen freudigen Erlebnissen für die Seele und den inneren Menschen kombinieren lässt — ob bei Jazz und Gospel etwa unter Tage in der Marienglashöhle von Friedrichroda im Thüringer Wald, bei Naturerlebnissen im Baukastenprinzip in Villingen-Schwenningen (mit Landesgartenschau), bei einer Wein-Gala im Soleheilbad Bad Rappenau — wo es aber ausnahmsweise einmal nicht um Sole-Tropfen, sondern um Lemberger und Riesling-Tropfen geht — oder beim Ostermarkt in Bad Tölz, wo ein Bäckermeister hilft, das eigene leckere Osterlamm zu backen. Um Kräuter kümmern sich besonders auch Bad Münstereifel und das oberbayerische Bad Heilbrunn. Und Garmisch-Partenkirchen fordert heraus: „Entdecke Deine wahre Natur“. -ass-

 
 
   


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